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INDEPENDENT DAYS Tag 3: Über Klimawandel und Filmemacher-Netzwerke

Klimatalk beim Programm "Protesting Against Climate Change".
Klimatalk beim Programm "Protesting Against Climate Change".

Wenn das INDEPENDENT DAYS|22. Internationale Filmfestspiele eines schaffen, dann auf aktuelle gesellschaftlich relevante Themen aufmerksam zu machen. An diesem Vormittag steht der Klimawandel im Fokus der Kurzfilmreihe "Protesting Against Climate Change". Die Filmemacherinnen und Filmemacher wollen mit ihren Filmen ihren Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten. Ob bei der Podiumsdisskusion am Vormittag, beim "Speed Dating for Filmmakers" oder im Foyer vor dem Kinosaal: An diesem Tag gibt es viel Raum für Gespräche und Disskussionen, der auch von allen Filmschaffenden gerne wahrgenommen wird.

Ein Blog-Artikel von Ann-Sophie Linnartz

"Dafür ist es doch viel zu heiß draußen" heißt es im Film "Wie der Wind dreht" von Martin Skalsky. Diesen Satz werden wir in Zukunft vermutlich immer öfter hören, wenn nicht endlich Maßnahmen ergriffen werden, um den Klimawandel zu stoppen. Doch was kann jede und jeder einzelne tun, um aus dieser Nummer wieder herauszukommen? Regisseur Martin Skalsky wünscht sich, dass sich mehr Menschen diese Frage ehrlich stellen. Aus diesem Grund hat er seinen Film gedreht, der an diesem Vormittag der Auftakt für das Filmprogram "Protesting Against Climate Change" ist. Der Film porträtiert eine junge Aktivistin, deren Leben vom Klimawandel und der Corona-Pandemie geprägt ist: Ihren Blumenladen musste sie schließen, ihr Freund und sie leben weit voneinander entfernt und können sich nicht sehen und nun ist sie auch noch schwanger. Der Film lässt offen, ob sie sich dazu entscheiden wird, das Kind zu behalten – alles vor dem Hintergrund des fortschreitenden Klimawandels.

 

Nicht nur die Protagonistin aus Martin Skalskys Film "Wie der Wind dreht" ist von der Pandemie betroffen. Ebenso erzählt Paula Pröbock, die Protagonistin der ersten Folge der Webserie "Wonder Women", wie sich diese auf ihre Arbeit ausgewirkt hiat. Die junge Frau berichtet von ihrer Arbeit als selbstständige Regisseurin, Tänzerin und Aktivistin. In der Webserien-Folge verbindet sie ihre Kunst mit ihrem Aktivismus. Dabei ist der Film lediglich ein Ausschnitt ihrer Arbeit. Es ist ihr wichtig, "ein Sprachrohr für jene zu bieten, die sonst nicht so viel Sichtbarkeit erleben." In einem Interview mit INDEPENDENT DAYS-TV gibt sie noch mehr Einblicke in ihre Arbeit und in "Wonder Women".

Auch der Berliner Schauspiel-Coach und Filmemacher Tim Garde möchte etwas mit den erzählerischen Mitteln bewirken, die ihm zur Verfügung stehen. So hat er sich kurz vor der Bundestagswahl 2021 Kamera und Mikrofon geschnappt und einen Dokumentarfilm über die Hungerstreikenden im Berliner Regierungsviertel produziert. Sein ursprünglicher Plan war es, einen fiktonalen Film über "das Dreisteste", was Menschen im Kontext des Klimawandels machen könnten, zu drehen. Dann ist er auf das Klimacamp gestoßen. Sein Film "Tag 27" war geboren. Mehr Details über seinen Film offenbart Tim Garde in einer Folge von INDEPENDENT DAYS-TV. Das ganze Video von Tim Garde ist ebenfalls auf den YouTube-Kanal des Filmboard Karlsruhe abrufbar.

Sogkraft verstärken mit Tim Garde

Der Film "Tag 27" ist nicht der einzige Grund, weshalb Tim Garde auf den INDEPENDENT DAYS|22. Internationale Filmfestspiele Karlsruhe präsent ist. Bereits gestern hatten Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Filmemacherinnen und Filmemacher die Gelegenheit, in der Badischen Landesbibliothek an dem Workshop "Sogkraft verstärken! Schauspiel-Tools für die Kurzfilm-Regie" vom deutschlandweit renommierten Schauspiel-Coach teilzunehmen.

 

Zu Beginn des Workshops improvisieren die sechs Schauspielerinnen und Schauspieler. Die Schauspielübung scheinbar einfach: Sie sollen einen Stift vom Gegenüber verlangen. Doch je nach Anweisung verändern sie ihr Schauspiel und schlüpfen unter anderem in die Rolle eines Kindes. "Ich habe ganz neue Ideen, neue Inputs bekommen, neue Herangehensweisen, die ich so noch nicht gesehen habe. Es war zu kurz für meinen Geschmack", so das Feedback einer Teilnehmerin.

Filmemacher vernetzen sich beim Speeddating

Über 20 Filmschaffende tauschen sich beim Speeddating for Filmmakers aus.
Über 20 Filmschaffende tauschen sich beim Speeddating for Filmmakers aus.

Kurz vor 16 Uhr wird es voll in der Filmmakers' Lounge in der SCHAUBURG. Filmemacherinnen, Produzenten, Schauspielerinnen und Drehbuchautoren – viele auch in Doppelfunktion – machen es sich an den Tischen gemütlich. Und dann fängt das  Speed Dating auch schon an.

 

Kaum hat Festivalleiter Oliver Langewitz die Spielregeln erklärt und den Startschuss gegeben, wird es laut in der Filmmakers' Lounge. Es knistert in der Luft, eine starke Energie ist zu spüren. Jeder und jede ist innerhalb kürzester Zeit in ein Gespräch vertieft. So sehr vertieft, dass der Aufruf zum Partnerwechsel zunächst nicht richtig wahrgenommen wird.

 

Niemand möchte sich tatsächlich von seiner Gesprächspartnerin oder seinem Gesprächspartner trennen. Schnell werden noch Handynummern und Visitenkarten ausgetauscht und schon geht es weiter zur nächsten Person. Schauspieler unterhalten sich mit Filmemachern, Drehbuchautorinnen mit Produzentinnen, erzählen von ihrer Arbeit und den aktuellen Projekten. Zwei Personen haben ihr Gespräch schon nach draußen verlagert – dem Partnerwechsel können sie sich dadurch jedoch nicht entziehen. Immer noch kommen Filmschaffende in die Lounge, um neue Kontakte zu knüpfen.

 

Nach einer Stunde bzw. neun Runden ist das "Speed Dating for Filmmakers" zu Ende. Während einige in den nahegelegenen Kinosaal umziehen, um die Filmkomödie "Schlussklappe" von Niclas Mehne anzuschauen, bleiben einige andere sitzen und vertiefen ihre Gespräche. Ein voller Erfolg, dieser dritte Festivaltag!

 

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